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Der Farbkreis nach Itten
Der Farbkreis nach Johannes Itten gehört zu den bekanntesten Modellen der Farblehre. Er zeigt anschaulich, wie sich aus den Grundfarben Rot, Blau und Gelb weitere Farbtöne ableiten lassen. Gleichzeitig wirft er eine Frage auf, die viele beschäftigt: Ist Schwarz eine Farbe und ist Weiß eine Farbe? Nach Itten lautet die Antwort: nein. In seiner Farbenlehre gelten Schwarz, Weiß und alle Grauabstufungen als sogenannte Nichtfarben. Gerade diese Unterscheidung macht den Farbkreis bis heute so spannend.
Der im Bildbeispiel gezeigte Farbkreis zeigt nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Mischmöglichkeiten zwischen den Grundfarben. Er dient als vereinfachende Orientierung und hilft dabei, Farbzusammenhänge schneller zu verstehen. Später erweiterte der deutsche Dozent und Forscher Harald Küppers das Itten-Modell und bezog Schwarz, Weiß und Grau als unbunte Farben wieder stärker ein. Für Künstler sind vor allem jene Effekte interessant, die aus dem Kontrast zwischen bunten und unbunten Farben entstehen.

Farbkreis nach Johannes Itten – Bildquelle: wiki ( Bild vom Urheber für jegliche Verwendung freigegeben)
Wie ist der Farbkreis nach Johannes Itten aufgebaut?
Ittens Farbkreis basiert auf den drei Primärfarben Gelb, Rot und Blau. Diese Grundfarben lassen sich nicht durch andere Farben mischen. Werden jeweils zwei Primärfarben kombiniert, entstehen die Sekundärfarben Grün, Orange und Violett. Dazwischen liegen die Tertiärfarben, also Mischungen aus einer Primärfarbe und einer benachbarten Sekundärfarbe, etwa Gelbgrün oder Rotviolett.
Gerade wegen dieser klaren Ordnung ist der Farbkreis bis heute ein wichtiges Werkzeug in Kunst, Design, Mode, Architektur und auch im Webdesign. Er hilft dabei, harmonische Farbkombinationen zu finden oder gezielt Kontraste einzusetzen.
Ist Schwarz eine Farbe?
Genau an diesem Punkt wird es interessant. Viele Menschen fragen sich: Ist Schwarz eine Farbe? Nach der klassischen Farblehre von Johannes Itten gehört Schwarz nicht zu den bunten Farben des Farbkreises. Es wird vielmehr als Nichtfarbe bezeichnet. Der Grund dafür liegt im Modell selbst: Der Itten-Farbkreis beschreibt in erster Linie Beziehungen zwischen bunten Farbtönen, die aus den Grundfarben hervorgehen. Schwarz taucht dort deshalb nicht auf.
Trotzdem spielt Schwarz in der künstlerischen Praxis natürlich eine enorme Rolle. Es verstärkt Kontraste, verdunkelt Farbtöne und kann Flächen dramatischer, schwerer oder klarer wirken lassen. Deshalb ist Schwarz zwar im Itten-Farbkreis keine Farbe im engeren Sinn, gestalterisch aber alles andere als unwichtig.
Ist Weiß eine Farbe?
Auch die Frage Ist Weiß eine Farbe? wird häufig gestellt. Nach Itten gilt dasselbe wie für Schwarz: Weiß zählt nicht zu den bunten Farben des Farbkreises und wird ebenfalls als Nichtfarbe eingeordnet. Weiß besitzt im Modell keine Position zwischen den Grund- und Mischfarben, weil es nicht aus diesen Farbbeziehungen hervorgeht.
In der Gestaltung ist Weiß dennoch unverzichtbar. Es bringt Leichtigkeit, öffnet Flächen optisch und kann Farben heller, frischer oder klarer erscheinen lassen. In der Malerei und im Design ist Weiß also ein starkes Mittel, auch wenn es im Farbkreis nach Itten nicht als eigentliche Farbe geführt wird.
Nichtfarben oder unbunte Farben?
Für manche klingt es zunächst unlogisch, Schwarz, Weiß und Grau als Nichtfarben zu bezeichnen. Ganz abwegig ist der Gedanke aber nicht. Farben entstehen erst durch Licht und Wahrnehmung. Fehlen bestimmte Voraussetzungen, reduziert sich das visuelle Erleben auf helle, dunkle oder graue Abstufungen. Genau deshalb werden Schwarz, Weiß und Grau in der klassischen Theorie häufig als unbunte Farben oder eben als Nichtfarben bezeichnet.
Im Itten-Farbkreis kommen Schwarz, Weiß und Grau jedenfalls nicht vor. Spätere Farbmodelle gingen damit großzügiger um. Harald Küppers etwa bezog diese Töne wieder stärker in seine Überlegungen ein und bezeichnete sie als unbunte Farben. Für die Praxis ist diese Unterscheidung oft weniger wichtig als für die Theorie. Entscheidend ist am Ende, welche Wirkung erzielt werden soll.
Tipp: Farben effektiv einsetzen
Sehr interessante künstlerische Effekte entstehen, wenn ungemischte Farben mit gemischten Farben kombiniert werden oder wenn auf einen farbigen, bunten Untergrund gezielt eine Nichtfarbe gesetzt wird. Besonders Schwarz und Weiß können Farbtöne schärfer, härter, ruhiger oder eleganter wirken lassen. Gerade der Kontrast zwischen Buntfarbe und Nichtfarbe besitzt eine starke visuelle Wirkung.
Welche Wirkung haben Farben im Farbkreis nach Itten?
Johannes Itten beschäftigte sich nicht nur mit der Ordnung der Farben, sondern auch mit ihrer Wirkung auf den Betrachter. Farben können Emotionen, Stimmungen und Assoziationen auslösen. Blau wird oft als ruhig und zurückhaltend empfunden, Gelb eher als lebendig und aktivierend. Rot wirkt häufig kraftvoll, warm oder sogar alarmierend.
Ebenso wichtig ist das Zusammenspiel der Farben. Harmonische Kombinationen wirken ausgeglichen und angenehm, während starke Kontraste Spannung erzeugen. Genau deshalb ist der Farbkreis für Künstler und Gestalter bis heute so hilfreich. Er zeigt nicht nur Farbbeziehungen, sondern unterstützt auch dabei, bewusste gestalterische Entscheidungen zu treffen.
Warum der Farbkreis nach Itten bis heute wichtig ist
Der Farbkreis nach Johannes Itten ist weit mehr als ein historisches Lehrmodell. Er gehört bis heute zu den wichtigsten Grundlagen der Farbtheorie. In der Kunst dient er als Orientierung für Bildaufbau und Kontrastwirkung, im Design hilft er bei der Entwicklung stimmiger Farbkonzepte, und auch in Architektur, Mode oder digitaler Gestaltung bleibt sein Einfluss spürbar.
Wer sich mit Farbe beschäftigt, stößt früher oder später unweigerlich auf Itten. Sein Modell vereinfacht komplexe Zusammenhänge und macht sichtbar, wie Farben aufeinander reagieren. Gerade deshalb hat der Farbkreis bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren.
Fazit zum Farbkreis nach Johannes Itten
Der Farbkreis nach Itten ist ein klassisches und bis heute nützliches Modell der Farblehre. Er ordnet Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben übersichtlich an und zeigt, wie Farbbeziehungen funktionieren. Schwarz, Weiß und Grau gelten darin nicht als bunte Farben, sondern als Nichtfarben. Genau diese Unterscheidung sorgt bis heute für Diskussionen und macht den Farbkreis zugleich so interessant.
Für die Praxis bedeutet das: Auch wenn Schwarz und Weiß im Itten-Farbkreis nicht als Farben erscheinen, sind sie für Kunst und Gestaltung von großer Bedeutung. Ihre Wirkung im Zusammenspiel mit bunten Farbtönen ist oft sogar besonders stark.
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