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Das Lügenmuseum hat mit Lügen nichts zu tun!

framing screen luegenmuseumArtikel aktualisiert am 08.05.2018

Richard von Gigantikow hat gesprochen. Und er sagt, er diktiert: Das Lügenmuseum, sein  Lügenmuseum hat mit Lügen nichts zu tun. Schon der Satz an sich ist ein einziges Wunder, denn im Begriff „Lügenmuseum“ selbst kommt das Wort Lügen ja immerhin vor. Aber vielleicht ist damit gemeint, dass es viel mehr mit Wundern, Träumen und Illusionen zu tun hat als mit Lügen. Auszugsweise aus dem Presse-Echo haben wir hier einige Gedanken von Reinhard Zabka zusammengetragen:

„Spricht man eigentlich die Wahrheit, wenn man im Lügenmuseum lügt?

Ist nicht jeder ein wandelndes Lügenmuseum?

Lügenmuseum, das ist ein höchst kompliziertes Thema, und es erhält immer wieder quasi von aussen Zuwachs.

Es lügt mich, es lügt mich nicht. Das Publikum hat längst entschieden.

Sie lieben es: das Lügenmuseum im Gasthof Serkowitz in Radebeul.

Hier sein oder nicht sein, ist keine Frage mehr.“

Freiheit der Gedanken

Im Lügenmuseum findet man auch den Satz: „Ich habe mir alles selbst erfunden, eine Kindheit, eine Persönlichkeit, Sehnsüchte, Träume, Erinnerungen, um sie erzählen zu können, die Lüge ist immer interessanter als die Wahrheit.“ Eben nach diesem Motto von Federico Fellini wurde das  Lügenmuseum im Jahre 1990 als eine kulturelle Überlebensstrategie im ländlichen Raum eröffnet. Das Ungehörige, die Geschmacklosigkeit und der Skandal leiteten den Gründer Zabka. Warum?

Ganz einfach: Ein Künstler, der sich fürchtet, ist nicht viel wert. Aber mit einem eigenen Museum konnte sich der Künstler den Mechanismen des Kunstmarktes entziehen, er tut es bis heute, und behielt allein die Deutungs-Hohheit über seine eigene Geschichte. Im Lügenmuseum könen Besucher diese ehemals verbotene Kunst, inklusive der zensierten Objekte und Installationen im Lügenmuseum erleben. Virtuose „Lügen“ dieser kunstvollen Wunderkammern sind hier immer als solche erkennbar.

Zitat: „Wie Wolken mit der Empfindung der Freiheit, ziehen all` die Ideen und Objekte durch die Geräumigkeit des Lügenmuseums. Das Lügenmuseum beflügelt die Phantasie, ein Ausflugsziel für die ganze Familie.“

Der sogenannte Framing Effekt

Wusstet ihr, dass Untersuchungen der University of London verblüffende Beweise darüber erbringen konnten, wie Emotionen den Entscheidungsprozess beherrschen? Benedetto de Martino, ein Der Londoner Forscher, erkannte in seinen Untersuchungen, dass beim Framing-Effekt Entscheidungen stark davon abhängig sind, auf welche Weise wir etwas präsentiert bekommen. Eine  gleiche Botschaft kann in unterschiedlicher Verpackung unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. So widerspricht der »Framing-Effekt« allen ökonomischen Vorstellungen der human reality.

Genau diesem Umstand nutzt der Künstler Richard von Gigantikow in seinem Schaffen. Hinter dem Busch im Hinterhalt lauert er auf alternative Fakten. Wenn Ihr seine Werke betrachtet, erkundet, so findet ihr Euch manchmal in einer Welt zwischen Traum und Alptraum wieder.

Zabka befindet sich zur Zeit im Streit mit der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen. In den Medien wurde hierüber bereits hinlänglich und ausführlich berichtet, zuletzt in einem Beitrag des MDR Fernsehens. Der Backgound: Das Lügenmuseum wurde abgelehnt, als verzerrte Linse einer historisch aufbereiteten Kulturgeschichte der Lügen und klagt nun gegen den Freistaat. Oliver Rump, Professor für Museumsmanagement von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, kann die Entscheidung der sächsischen Landesstelle nicht nach vollziehen. Nach Meinung des Professors ist das Lügenmuseum ganz klar ein Museum. Mehr noch: „Richard von Gigantikow ist ganz dicht dran am Ursprung der heutigen Museen.“ Denn er habe eine Art Wunderkammer geschaffen, die an ein Kuriositätenkabinett erinnert, welche die ersten Museumsformen überhaupt waren.

Fake News

Zitat: „Ab jetzt gibt es keine Lügen mehr, es gibt nur noch Fake News. So verhilft uns das Lügenmuseum zu dem Lachen, das wir brauchen, um den Wahnsinn dieser Zeit auszuhalten. Es eignet sich als Familienausflug, als Geburtstagseinlage, zum Durchsortieren der Gehirnwindungen und als künstlerischer Waschsalon. Und alle Besucher sind eingeladen, sich selbst ein Bild von der Lüge – Verzeihung: von der Lage – zu machen.“

In Meißen gibt es aktuell im ToMA Atelier Außenbereich 3 Figuren und einen großen Schriftzug. Diese weisen den Weg ins Lügenmuseum nach Radebeul Serkowitz auf die Kötzschenbrodaer Strasse 39 in  10445 Radebeul. Geöffnet ist Sonn- und Feiertags sowie in den Ferien und auf Anfrage (ab 8 Personen)

Der Eintrittspreis liegt bei moderaten 5 Euro

lügenmuseum frame

 

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